Im Herbst fällt der Berufsverkehr genau in die Dämmerung – und das ist die Zeit, in der Rehe, Wildschweine und Füchse besonders aktiv sind. Nach der Zeitumstellung Ende Oktober verschärft sich das noch. Rund um Hamburg gibt es viele Strecken, die an Wälder und Felder grenzen: im Nordosten Richtung Duvenstedter Brook und Wohldorfer Wald, im Westen am Klövensteen, im Süden an den Harburger Bergen und östlich der Stadt Richtung Sachsenwald. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Wildunfall vermeiden und was nach einem Zusammenstoß zu tun ist.

Wildunfälle vermeiden

  • Warnschilder ernst nehmen: Das Schild „Wildwechsel“ steht dort, wo Tiere häufig die Straße queren.
  • Tempo reduzieren in Wald- und Feldrandlagen, besonders morgens und abends.
  • Bremsbereit fahren und den Straßenrand im Blick behalten.
  • Selten allein: Wo ein Tier ist, folgen oft weitere. Nach einem Reh kann ein zweites kommen.

Wenn ein Tier auf der Straße steht

Abblenden, hupen und kontrolliert bremsen. Fachleute raten in der Regel davon ab, riskant auszuweichen: Ein Ausweichmanöver in den Gegenverkehr oder gegen einen Baum ist meist gefährlicher als der Zusammenstoß mit dem Tier. Halten Sie das Lenkrad fest und bleiben Sie in der Spur.

Nach dem Wildunfall: Schritt für Schritt

  1. Warnblinker einschalten und, wenn möglich, sicher am Rand anhalten.
  2. Warnweste anziehen, bevor Sie aussteigen.
  3. Warndreieck aufstellen – mit ausreichendem Abstand zur Unfallstelle.
  4. Polizei rufen (110): Die Polizei informiert in der Regel den zuständigen Jagdpächter. Bei Verletzten wählen Sie den Notruf 112.
  5. Tier nicht anfassen: Verletzte Tiere können sich wehren, außerdem besteht Infektionsgefahr. Ein totes Tier dürfen Sie nicht mitnehmen – das kann als Wilderei gelten.
  6. Fotos machen: Von der Unfallstelle, dem Schaden am Auto und – falls möglich, mit Abstand – vom Tier.
  7. Wildunfallbescheinigung besorgen: Diese stellt in der Regel die Polizei oder der Jagdpächter aus.

Versicherung: Wer zahlt?

Schäden durch einen Zusammenstoß mit Haarwild wie Reh oder Wildschwein übernimmt grundsätzlich die Teilkaskoversicherung. Manche Verträge decken auch Kollisionen mit anderen Tieren ab – ein Blick in die Police lohnt sich. Für die Regulierung ist die Wildunfallbescheinigung wichtig. Melden Sie den Schaden zeitnah Ihrer Versicherung und lassen Sie das Auto nicht vorschnell reparieren, bevor die Versicherung Bescheid weiß.

Ist das Auto noch fahrbereit?

Nach einem Wildunfall sind oft Kühler, Scheinwerfer oder Stoßfänger beschädigt. Fahren Sie nicht weiter, wenn Flüssigkeit ausläuft, Licht fehlt oder eine Warnleuchte angeht. In diesem Fall rufen Sie uns an unter +49 151 64375191. Wir sind in der Regel in 30–45 Minuten vor Ort – abhängig von Verkehr, Einsatzlage und Verfügbarkeit – und bringen Ihr Fahrzeug zur Werkstatt Ihrer Wahl. Ist das Auto im Graben oder auf dem Seitenstreifen gelandet, übernehmen wir die Fahrzeugbergung mit Seilwinde und Bergegurten. Auf Wunsch koordinieren wir uns mit Polizei, Versicherung und Werkstatt.

Allgemeine Tipps für die Situation nach einem Unfall finden Sie im Ratgeber Unfall in Hamburg – was tun?.

Häufige Fragen

Muss ich die Polizei auch bei kleinem Schaden rufen?

Ja, das ist empfehlenswert. Ohne Wildunfallbescheinigung kann es schwierig werden, den Schaden bei der Versicherung geltend zu machen.

Was, wenn das Tier weggelaufen ist?

Melden Sie den Unfall trotzdem der Polizei. Das verletzte Tier kann dann vom Jagdpächter gesucht werden.

Schleppen Sie auch nachts ab?

Ja, wir sind 24/7 erreichbar – auch am Wochenende und an Feiertagen.